Secret Spot Schöneberg – Studio ohne Studio
- vor 7 Tagen
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Die Magie eines verlorenen Ortes.

Berlin Februar-Juni 2020. Die Stadt war im Ausnahmezustand. Ateliers, Clubs und Kulturorte waren geschlossen, Begegnungen reduziert, Öffentlichkeit heruntergefahren.
Zwei Monate zuvor war die Urban Art Hall abgerissen worden und hatte seitdem keinen Standort mehr – sie existierte weiter, aber ohne festen Raum.
In dieser Situation ergab sich in Schöneberg die Möglichkeit, einen Teil der alten AOK zu nutzen. Ein Verwaltungsgebäude mit klarem Bürocharakter, sachlich, funktional und auf Ordnung ausgelegt. Kein Ort, der für Kunst gedacht war, erst recht nicht für Urban Art. Gerade deshalb entstand eine eigene Spannung.
Es gab kein offizielles Projekt, keine Ankündigung, keine Außenwirkung. Der Zugang war begrenzt. Während draußen eine Stadt auf Abstand ging, entstand hier ein stiller Arbeitsraum.
Die Flächen waren groß, nüchtern, fast kühl. Staub in den Ecken, Neonlicht, lange Flure, Räume mit Verwaltungslogik. Kein Publikumsverkehr, keine Termine, kein kuratierter Rahmen. Die Geräusche hallten anders als in einer Halle – kontrollierter, gedämpfter. Urban Art traf auf Büroarchitektur, und erstaunlicherweise passte diese Klarheit. Die Sauberkeit der Struktur stand nicht im Widerspruch zur Arbeit, sondern bildete einen ruhigen Hintergrund.
Scon organisierte den Zugang. Die Erfahrung aus der Urban Art Hall war vorhanden, jedoch ohne den Anspruch, hier etwas Dauerhaftes zu etablieren. Von Anfang an war klar, dass dieser Spot zeitlich begrenzt sein würde – vier, vielleicht fünf Monate. Ein Zwischenraum, nicht mehr.
Es gab keine also auch keine offene Einladung. Einzelne Freunde wurden informiert. Wer kam, kam. Man arbeitete, verbrachte Zeit miteinander, ohne Eventcharakter und ohne Begleitkommunikation. Die Arbeiten entstanden nicht für ein Publikum, sondern aus der Situation heraus – in einer Phase, in der Öffentlichkeit ohnehin keine Rolle spielte.
Naok, Scon, Bello, Unica, Yat, Burn, Carlos, Parisurteil, Krank, Hülpmann, Aki, Shay, Theos, Sicoer, Snooze, Thure, Wandbrand, Awer, Dish, Max, Moe, Robin Kowalewsky, Sr. Papá Chango, Devita, Motte, Wake, Age Age, Tobo, Caro Pepe, Mate, Nasca, Jackpot, Eating People und Bebetta.
Ein Projekt von Urban Art Hall und Calligrafreaks.
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Fotos: Moe













































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